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Biographie

Emmanuel Durlet wurde am 11. Oktober 1893 in Antwerpen geboren.

Sein Grossvater Frans-Andries Durlet (1816-1867) war Architekt, Lehrer an der Akademie der Schönen Künste, Gründer-Konservator des Museums „Steen“ und einer der wichtigsten Förderer der neugotischen Kunst in Belgien. Er leitete die Restaurationsarbeiten an der Kathedrale Unserer Lieben Frau und entwarf ihr prächtiges Chorgestühl. Eine Strasse in Antwerpen trägt seinen Namen. Auch Vater Durlet war Architekt.

In dieser Umgebung der mittelalterlichen Mystik wuchs Emmanuel Durlet auf. Sie sollte ihn stark beeinflussen und später auch den Inhalt und die Richtung seines Werkes bestimmen. Die Architektur hat Emmanuel Durlet übrigens sein Leben lang begeistert.

Studium in Antwerpen und in Wien

1912Am Königlichen Flämischen Musikkonservatorium in Antwerpen studiert er Klavier bei Frans Lenaerts. Schon mit 16 Jahren legt er sein Endexamen Klavier ab mit der grössten Auszeichnung. Harmonielehre folgt er bei Edward Verheyden und Komposition bei Lodewijk Mortelmans.

"Emmanuel Durlet, mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Talent, hätte als einer der grössten Pianisten seiner Zeit anerkannt werden müssen.
Sollte seinen Name Durletsky gewesen sein, wäre es sicherlich gelungen."

Lodewijk Mortelmans (1868-1952).

Im April 1912 geht er nach Wien, um bei dem weltbekannten Leopold Godowsky an der Meisterschule für Klavier der Kaiserlichen Akademie für Musik seine Technik und Interpretationskunde zu vervollständigen. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs verhinderte ihn noch ein weiteres Jahr in Wien zu studieren. Die Kriegzeit gebraucht er um in Antwerpen sein Repertoire zu erweitern.


Brillianter Klaviervirtuose

1918 beginnt seine Karriere als unvergleichlicher Interpret. Er verwirklicht unter anderem die vollständige Aufführung, aus dem Gedächtnis, der 32 Sonaten von Beethoven – ein beeindruckender Kraftakt. In einem Zeitraum von nur zwei Monaten wird in zehn Aufführungen der vollständige Zyklus gespielt.

Durlet entwickelt sich zu einem gefeierten Virtuosen, der bei zahlreichen Konzerten und Soloabenden im In- und Ausland erfolgreich ist. Zeitgenossen nennen ihn „den Dichter des Klaviers“. Alex de Vries nennt ihn „den Pianisten mit dem schönsten Anschlag, den ich jemals kannte“. „Het Handelsblad“ (16/9/1952) schreibt: „... wer den Vorzug hatte, ihn einmal spielen zu hören, nimmt eine Botschaft mit für das Leben, eine Botschaft der Schönheit. Benoit wird unter seinen Händen etwas unvergessliches, ein Klavierkonzert von Mozart, von Beethoven, von Chopin weiß er aufzubauen wie ein etwas neues erschaffender Künstler in der vollsten Bedeutung des Wortes. Unter seinen Fingern wird die Technik ein dienendes Element, das nur da ist, um die Inspiration des Tondichters zu ihrem höchsten Ausdruck zu bringen. Aber die Technik war in jeder Hinsicht perfekt“.

Pädagoge mit Intellekt und Gefühl

1920 wird Emmanuel Durlet zum Professor der Ausbildungsklasse für Klavier am Königlichen Flämischen Musikkonservatorium in Antwerpen ernannt. Während 39 Jahren sind sowohl seine progressive Technik als auch seine einnehmende Persönlichkeit die Garanten für die Ausbildung zahlreicher bekannter Musiker, wie André Cluytens, Eugène Traey, Frans Cauwenberghs, Walter Crabeels, Denise Tolkowsky, Raf Belmans, Kamiel Cooremans, Frits Celis, Julien Esser u.a.

Um seinen Schülern mehr technische Fertigkeit beizubringen entwirft er ein Werk „Pianostudium und –spiel nach neuen Erkenntnissen“, welches als ein Unikum in der Geschichte der belgischen Klavierpädagogik angesehen wird. Für Anfänger hatte er vorher schon die Methode „Ich werde ‚gut’ Klavier spielen“ entwickelt.

Komponist mit bildhafter Vorstellung

1933Ab 1933 bringt Emmanuel Durlet eigene Werke heraus. „Kleine beschreibende Gedichte“, „Der kleine Garten des Fra Angelico“, „Rauschendes Schilf“ und „Chrysanthemen“ sind der Anfang seiner eindrucksvollen Klavierschöpfungen. Sie kommen in einer Periode von kaum 20 Jahren zustande und umfassen:

1975Für seine Werke wählt Durlet immer eindrucksvolle Titel. Das beschreibende, programmatische, ist eine Konstante in seinem ganzen Schaffen. Melodie und Harmonisierung bieten einen enorm bildhaften Reichtum und eine plastische Vorstellungskraft. Die organische Integration verschiedener Klaviertechniken und die Übertragung dieser brillanten Techniken in eine ausdrucksvolle und bedeutungsvolle Klaviersprache, vereint mit einer äusserst individualistischen Melodie, und einer reichen und einer – manchmal –überraschenden Harmonie, geben der Komposition einen sehr persönlichen und unverwechselbaren Stil.


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