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Concerti

"Bilder aus dem Mittelalter", Konzert fÜr Klavier und Orchester

Teil I : "Maestoso". Stark evozierend und kennzeichnend für den weiteren Verlauf eröffnen Trompetenstösse mit scharf gezeichneten heroischen Charakter den ersten Teil. Dann folgen Passagen, deren Diversität nie zu Rastlosigkeit entartet. Sonore, weit ausgesponnene Phrasen wechseln ab mit Zügen, die hauen wie Windstösse.

Die Kadenz bildet nicht das Ende des ersten Teiles. Ihre lange Klage, nachklingend in anschliessenden orchestralen Teil, zerliesst zuerst in das heilende Gleiten der Saiteninstruments, wird von den Holzbläsern absorbiert und schliesslich aufgelöst in das Forte der Streicher. Ein kurzer, aufbrausender Dialog führt Klavier und Orchester zum glänzenden Schluss.

Der Anfang des zweiten Teiles "Andantino pastorale" ist eine zärtliche Erzählung. Er ist die vertonte Schilderung des Landlebens, idyllischer Szenen und anmutiger Legenden. Trotz der entschiedenen Stilform erkennt man das naive "ô bon Saint Nicolas, patron des écoliers"…

Dann schlägt das Schicksal zu. Dieses Thema, von der dröhnenden Hörnern angehoben, erschallt dreimal, mit stets eindringlicher Stärke, trotz des beschwörenden Flehens des Klaviers. Dieses versagt unter dem Vorherrachen des Orchesters, aber mit den wirbelnden Instrumenten ringend, erhält es wieder die Oberhand ; die Sturmglocke läutet ; dumpf dröhnend setzen die Pauken ihren Wirbel ein, der unerwartet übergeht in das kurze, zuckende Gelächter von spöttelnden Fagotten ; der dritte Teil "Alla burlesca" setzt ein, sarkastisch, phantastisch.

Alle Romantik ist verschwunden; herbe Klänge tössen auf herbe Klänge; Akkorde und Züge verraten Unruhe, Beklemmung. Aber – auch hier wieder der unerklärliche, doch oft in den Vordergrund Tretende Vorzug des Komponisten für die Zahl drei – aber dreimal werden die Szenen, denen Angst handgreiflich zu Grunde liegt, unterbrochen von einer Jubelhymne, die zuerst vom Klavier, dann vom Orchester, und schliesslich von beiden zusammen aufgenommen wird und zum endgültigen Hohelied führt. Nach einem trepidanten Zug – einer Oktavenreihe in martellato ausgeführt – bilden die Schlussakkorde eine triumphierende Reminiszenz des Anfangsthemas des ersten Teiles.

Juliane Castro
Übersetzung: Frans Dupont

Concerto fÜr Violine und Orchester:
"Die Kapelle der Maria-Magdalena extra muros"

Im Jahr 1946, während der Rekonvaleszenz nach einer heiklen Augenoperation,, zeichnete Emmanuel Durlet die ersten Skizzen und die Hauptgedanken für sein Violinkonzert "Die Kapelle der Maria-Magdalena extra muros" auf. Das Werk wurde 1949 vollendet und der griechischen Geigerin Sophie Piménidès gewidmet, Repetitorin des berühmten Geigers und Pädagogen Matthieu Crickboom. Zusammen mit Durlet studierte sie es ein, jedoch ist es nie zu einer Aufführung gekommen. Die Uraufführung des Konzerts erfolgte erst am 6. November 1993, anlässlich des hundertsten Geburtstags des Komponisten. Der Solist Jan Van Weyenberg wurde begleitet vom Königlichen Philharmonischen Orchester von Flandern unter der Leitung von Kenneth Montgomery.

Die beiden ersten Sätze sind sehr beseelt und melodiös. Der dritte Satz zeichnet sich aus durch die extreme Virtuosität, die von dem Interpreten gefordert wird. Den zweiten Satz bearbeitete Durlet später als eine Fassung für Geige und Orgel, unter dem Titel "Weihrauch und Myrrhe". Die Fingersätze und Stricharten für den Solisten stammen von dem grossen belgischen Geiger Franz Wigy. Jedes Mal wenn Durlet nach der Bedeutung des Titels "Die Kapelle der Maria-Magdalena extra muros" gefragt wurde, spielte ein Lächeln um seine Lippen. "Es ist die Heraufbeschwörung einer Erinnerung", sagte er. "Als ich noch jung war, stand im südlichen Teil Antwerpens, ausserhalb der Mauern, eine kleine Kapelle. Sie war der biblischen Maria-Magdalena geweiht. Nun gibt es sie nicht mehr, denn sie wurde abgerissen. Sie war ein Pilgerort für Liebespaare". Mit seinem Violinkonzert wollte Durlet die verschwundene Kapelle verewigen.

Joe de Troetsel
Übersetzung: Walter Landuy
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Das Violinkonzert "Die Kapelle der Maria-Magdalena extra muros", das Emmanul Durlet zwischen 1946 und 1949 komponierte, besteht aus drei Teilen und ist ein nachgelassenes Werk.

Der erste Teil "Moderato" ist in rapsodischer Form geschrieben, Solist und Orchester bringen abwechselnd die verschiedenen Themen zu Gehör, die später im Werk noch oft auftauchen. Einen reizvollen Kontrast bilden das einerseits Spielerische und Virtuose und andererseits der feierliche und majestätische Stolz dieser einzelnen Komponenten. Selbstverständlich darf in diesem längeren ersten Teil eine große Kadenz für den Solisten nicht fehlen. Im zweiten Teil "Andante sostenuto" begeben wir uns sozusagen in die Kapelle hinein und es erklingt ein inniges Gebet mit schönen Melodien, in denen die intime Sphäre wie Kammermusik zwischen dem Solisten und den feinen Bläsern ertönt. Der dritte Teil "Allegro vivace" ist dann sehr kontrastreich und klingt ab und zu wie ein echter Teufelstanz, u.a. durch vielfältigen Gebrauch der "Teufelsquarte" (tritonus). Als nach einem Höhepunkt die Trompete das Eröffnungsthema erneut in Erinnerung bringt, scheint die Himmelspforte sich zu öffnen und steuern wir auf ein würdiges Ende dieses wunderbaren Konzerts zu.

Es ist ein prachtvolles Projekt geworden. Die jungen Mitglieder des Orchesters haben hart an der schwierigen Begleitung gearbeitet: anfangs musste nach dem guten "Klang" im Orchester gesucht werden und dann machte die Fragmentierung in der Orchestration es sicher nicht einfach, dieses Konzert auszuführen. Nach einigen erfolgreichen Konzerten und einem Wochenende mit intensiven Aufnahmen dürfen wir jedoch besonders zufrieden mit dem Ergebnis sein!

Hoffentlich können nun auch viele andere Zuhörer die liebe teilen, die wir in dieser herrlichen Musik (wieder)entdeckt haben und kann dieses Konzert eine würdige Ergänzung für das gigantische Repertoire für Violine und Orchester darstellen und ihm mit dieser Aufname ein neues Leben eingeblasen werden.

Hans Casteleyn,
Dirigent des "Euregio Jugendorchesters"
(Übersetzung: Marianne Gieffers)

Lebenslauf Eliot Lawson

Eliot Lawson wurde in Brüssel (Belgien) geboren und ist von Belgischen und Luso-Amerikanischer Staatsbürgerschaft. Er fangt das Violin-Studium in 1985.

1989 wurde er von Sir Yehudi Menuhin ausgewählt um seine Studien in London fortzusetzen. Jedoch studierte er weiter in Belgien mit Leon Souroujon, J. Van Aken und I. Oistrakh. Nachher in Niederland mit I. Grubert, J.J. Kantorow und H. Krebbers. In Italien mit P. Vernikov und in den Vereinigten Staaten mit N. Shkolnikova. Er hat die Abschlussbezeichnung "Master in the Music" erreicht mit der grössten Auszeichnung in den Königlichen Konservatorium von Brüssel. In das Konservatorium von Rotterdam er erhielt auch den "Bachelor" und den "Artist Diploma" beider mit der grössten Auszeichnung. Später erhielt er auch den "Artist Diploma" der Indiana University in Bloomington und ein Solistendiplom vom Fiesole Scuola di Musica in Italien.

Eliot Lawson ist Preisträger und Finalist von mehreren nationalen und internationalen Wettbewerben: De Bériot, Jeunes Solistes, Pro Civitate, Vieuxtemps-Wettbewerb, Premio Vittorio Gui, Brahms-Wettbewerb, Internationalen Mozart-Wettbewerb, Maasmond, Lantier, Herman Krebbers und der Wettbewerb Tibor Varga.

Er hat viele Konzerte gegeben in Belgien, in den Niederlanden, in Luxemburg, in Frankreich, in Deutschland, in England, in Italien, in Türkin, in Brasil, in China und in den Vereinigten Staaten. Er hat als Solist Konzerte gespielt mit Orchestern wie das Belgische Nationalorchester, das Euregio Jugend Orchester, das Lissabon Metropolitan Orchestra, das Sofia Orchester, das Corvilha Jugend Orchester, das Wallonien Kammerorchester, das Porto Symphonie Orchester, das Bonn Symphonie Orchester, das Baskent/Türkin Kammerorchester, das Corvilha Jugend Orchester, das Orchester der Gulbelkian Stiftung, die Königliche Flämische Philharmonie und das Middle Tennessee Symphony Orchestra.

Als Kammermusiker Eliot Lawson bildet ein feste Duo mit die Pianistin Diane Andersen. Auch mit dem Cellisten David Cohen und mit seiner Schwester, die Pianistin Jill Lawson. Er doziert Violine (wie Assistant von Ilya Grubert,) am Konservatorium von Amsterdam, das Königlichen Konservatorium von Mons/Belgien, an der Universität Minho in Braga/Potugal, die Scuola di Musica Santa Cecilia in Portogruaro/Italien (Assistant) und das Kunsthumaniora von Antwerpen. Eliot realisierte Aufnahmen für Brilliant Classics, Fuga Libera, Phaedra und Cypres, gefolgt mit lobende Kritiken in Diapason, The Strad und Le Soir… .

In 2014 das Konzert für Violine und Orchester von Emmanuel Durlet werde ausgegeben auf CD. Eliot Lawson ist von der "Euregio Jugend Orchester" begleitet unter die Leitung von Hans Casteleyn.


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